Symposion „Ästhetik des Konsums – Ambivalenz der Verführung“ 18. – 20.1.2018

Konzeption des Symposions: Prof. Dr. Norbert M. Schmitz

Der Konsumbegriff hat in der politischen Diskussion gerade angesichts der ökologischen Krise unserer Tage, aber weit früher schon in den Traditionen einer zivilisationskritischen Kulturkritik einen schweren Stand. Konsum kennzeichnet hier ein falsches Leben im Gegensatz zu einem früheren gesellschaftlichen Zustand authentischer Befriedigung wahrer Bedürfnisse. Konsum steht nicht so sehr für einen paradiesischen Überfluss, sondern für ein Zuviel und ein Nicht-Nötiges.
Es gilt Konsum jenseits seiner üblichen kulturkritischen Abwertung zunächst einmal als zivilisatorische Praxis aufzufassen, die nicht nur bei der ökonomischen, sondern auch sozialen Konstitution des modernen Individuums in säkularisierten Funktionsgesellschaften, insbesondere der Erlebnisgesellschaft unserer Tage, eine bedeutende Rolle spielte und spielt. Dabei geht es um die Ästhetik des Konsums insofern die Dynamik des neuzeitlichen Konsums die Dynamik der ästhetischen Formen in sämtlichen Lebensbereichen mit begründete und umgekehrt in dieser einen Motor fand. Damit ist er aber Bestandteil desselben zivilisatorischen Prozesses, der auch Kunst und Design überhaupt erst ermöglichte. Insbesondere Letzteres ist von seiner Entstehung zusammen mit Kunst und moderner Marktökonomie am Beginn der Renaissance und seiner Ausformung mit der Industrialisierung nicht vom Bedürfnis und der Möglichkeit des Konsums zu trennen. Wenn wir heute angesichts der katastrophalen sozialen und ökologischen Auswirkungen des Konsums also zu recht Konsumkritik üben und üben müssen, dann folgert daraus auch notwendig eine Kritik der Kunst und des Designs. Worin lägen also Möglichkeiten desselben die Ausrichtung jenes nun problematisch werdenden Konsums zu verändern, dessen Erfolg es mit die Wege geebnet hat.

Vortragende: Dr. Harald Stübing, Dennis Improda und Dr. Sigrid Kannengießer, Susanne Klaar, Prof. Dr. Annika Frye, Prof. Dr. Norbert M. Schmitz, Dr. des. Agnes Bube, Marion Lieber, Alexander Becker, Dr. Wolfgang Ullrich, Matilda Krzychowski.

Kesselhaus der Muthesius Kunsthochschule

07.09.2018

Forum

Das Forum für interdisziplinäre Studien an der Muthesius Kunsthochschule wurde 1996 als selbstständige Einrichtung gegründet. Es veranstaltet Symposien, konzipiert und publiziert von den Professorinnen und Professoren des IKDM und Workshopwochen sowie aus den Studiengängen der Kunsthochschule. Sein Programmangebot von Workshops und Symposien gibt regelmäßig Gelegenheit, einzelne Themen aufzugreifen und zu vertiefen. Dabei wird der jeweils aktuelle Forschungsstand unterschiedlicher Fachrichtungen berücksichtigt. Ziel ist es, eine Diskussion über die Fachgrenzen hinaus anzuregen und sie zu Formen ästhetischer Praxis in Beziehung zu setzen. Die Veranstaltungen verstehen sich als Forum für die Lehrenden und Studierenden der Muthesius Kunsthochschule, wenden sich aber darüber hinaus an eine interessierte Öffentlichkeit. Publikationen zu den Veranstaltungen sichern den Anspruch ab, aktiv in die Diskurse um Kunst und Wissenschaft einzugreifen.

Konzeption interdisziplinäre Workshopwoche

Prof. Dr. Bettina Möllring, Prof. Markus Huber, Prof. Dr. Kerstin Abraham,  Prof. Christian Teckert

Konzeption interdisziplinäre Symposien

Prof. Dr. Christiane Kruse, Prof. Dr. Petra Maria Meyer, Prof. Dr. Norbert M. Schmitz