Symposion des Forums für Interdisziplinäre Studien vom 15.-17. Januar 2015

Prof. Dr. Norbert M. Schmitz (Ästhetik) konzipiert im WiSe 2014/15 das

Symposion  des Forums der Muthesius Kunsthochschule unter dem Titel:

Found-Footage-Film: Zwischen freier Poesie und Medienreflexion.

 

Ort: Muthesius Kunsthochschule Kiel, Aula im Kesselhaus.

 

Wenn ein Kriterium des Erfolges der Avantgarde die tatsächliche Durchsetzung bestimmter Formprinzipien in der visuellen Kultur insgesamt ist, dann dürfte der Found-Footage-Film eine ihrer erfolgreichsten Varianten sein. Namentlich im Videoclip, in der Kopfcollage der Zapper und neuerlich im Mashup werden die ästhetischen Strategien der ehemalig elitären Experimentalfilme universelle kulturelle Praxen. Doch sollte hier Vorsicht geboten sein, denn das Äußere formaler Innovationen verliert oft genug ihre ursprüngliche künstlerische Intention in seiner populären Verbreitung. Dennoch muss hier die Frage gestellt werden, inwieweit Avantgarde hier nicht auch schlichter Indikator, vielleicht auch Motor gesellschaftlicher Verhältnisse ist?

Found-Footage-Filme bleiben also ambivalent. Ihre Kunst schwankt zwischen lyrischer Intensität und einer Prophetie der Beliebigkeit. Umso sinnvoller scheint es, diesen ästhetischen Nukleus gegenwärtiger Medienpraxen einer historisch-systematischen Analyse zu unterziehen und Nähe und Distanz zum Alltag aktueller Medien zu skizzieren. Das Symposion will anhand der klassischen Found-Footage-Filme zwischen den älteren Arbeiten eines Bruce Conner, Joseph Cornell oder Ken Jacobs einerseits und aktuelleren wie denen eines Peter Tscherkasskys, Peter Delpeut oder Matthias Müllers anderseits eine idealatypische Systematik dieses experimentellen ‚Genres‘ entwickeln. William C. Wees hat hier erste Vorschläge vorlegt: er unterscheidet Definition zwischen Kompilation, Collage und Appropriation. Immanent sieht er den medienreflexiven Umgang mit dem vorgefundenen Material als das auszeichnende Kriterium des Found-Footage als Kunst, aber mindestens der Eigenwert einer Potenzierung der immanenten Poesie des – so Delpeut – ‚lyrischen Nitrats‘. Und zuletzt ist die Frage nach dem Verhältnis des Materials als Bedeutungsträger und seiner radikalen Demantisierung zur Abstraktion zu diskutieren. Diese historisch-systematische Perspektive soll wiederum in den breiteren Rahmen der kunsthistorischen Vorläufer namentlich der Collage, dem verbreiteteren Kompilationsfilm und den Phänomen der Mashup unserer Tage eingebettet werden.

Norbert M. Schmitz

 

Found-Footage-Film:

Zwischen freier Poesie und Medienreflexion

 

Wenn ein Kriterium des Erfolges der Avantgarde die tatsächliche Durchsetzung bestimmter Formprinzipien in der visuellen Kultur insgesamt ist, dann dürfte der Found-Footage-Film eine ihrer erfolgreichsten Varianten sein. Namentlich im Videoclip, in der Kopfcollage der Zapper und neuerlich im Mash-Up werden die ästhetischen Strategien der ehemalig elitären Experimentalfilme universelle kulturelle Praxen. Doch sollte hier Vorsicht geboten sein, denn das Äußere formaler Innovationen verliert oft genug ihre ursprüngliche künstlerische Intention in seiner populären Verbreitung. So muss hier die Frage gestellt werden, inwieweit Avantgarde hier nicht auch schlichter Indikator, vielleicht auch Motor gesellschaftlicher Verhältnisse ist?

Vergegenwärtige man sich den Wortsinn des Begriffes der Avantgarde: Den Found-Footage-Film als experimentelles Kino kann man kaum als Vorhut einer zukünftigen Kinematographie, mehr noch der digitalen Bildwelten unserer Tage bezeichnen, thematisiert er sein mediales Material doch immer erst im Nachhinein und in einem melancholischen Modus. Er ist vielmehr Nachhut in einem sehr essentiellen Sinn, denn er entwickelt seine Bedeutung auf der Grundlage der Formen und Inhalte, der Erzählungen des herkömmlichen Kinos, heute der Breite der bewegten Bilderwelten, deren Verankerung im kollektiven Bewusstsein der Rezipienten Voraussetzung seiner Poetik ist. Es stellt keine grundlegend anderen, neuen Formen und Inhalte als das Mainstream-Kino, die Bilder aus dem Fernsehalltag etc. zur Schau, sondern kann die Inhalte der kollektiven Mythologien derselben offen legen und die sensitive Erregung des individuellen Zuschauers steigern. Neu ist allein seine ars combinatoria. Es ist also ein Film danach sui generis. Moderne ist in diesem Sinne nicht die Dekonstruktion der Techniken der Erzählung der kollektiven Bildwelten, sondern deren Transformation, manchmal Feier.

Found-Footage-Filme bleiben also ambivalent. Ihre Kunst schwankt zwischen lyrischer Intensität und einer Prophetie der Beliebigkeit. Umso sinnvoller scheint es, diesen ästhetischen Nukleus gegenwärtiger Medienpraxen einer historisch-systematischen Analyse zu unterziehen und Nähe und Distanz zum Alltag aktueller Medien zu skizzieren. Das Symposion will anhand der klassischen Found-Footage-Filme zwischen den älteren Arbeiten eines Bruce Conner, Joseph Cornell oder Ken Jacobs einerseits und aktuelleren wie denen eines Peter Tscherkasskys, Peter Delpeut oder Matthias Müller anderseits eine idealatypische Systematik dieses experimentellen Genres entwickeln. William C. Wees hat hier erste Vorschläge vorgelegt: er unterscheidet Definition zwischen Kompilation, Collage und Appropriation. Immanent sieht er den medienreflexiven Umgang mit dem vorgefundenen Material als das auszeichnende Kriterium des Found-Footage als Kunst, aber mindestens der Eigenwert einer Potenzierung der immanenten Poesie des – so Delpeut –„lyrischen Nitrats“. Und zuletzt ist die Frage nach dem Verhältnis des Materials als Bedeutungsträger und seiner radikalen Demantisierung zur Abstraktion zu diskutieren. Diese historisch-systematische Perspektive soll wiederum in den breiteren Rahmen der kunsthistorischen Vorläufer namentlich der Collage, dem verbreiteteren Kompilationsfilm und den Phänomen der Mash-Up unserer Tage eingebettet werden.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 15. Januar 2015

 

17:00 – 18.00 Uhr Norbert M. Schmitz:

Einleitung und Überblick

 

18.00 – 19.30 Uhr Hans Jürgen Wulff:

Das Spiel der Zeiten.

 

Es ist Film. Aber es ist Film, der aus anderen älteren Filmen besteht. Der Stücke aus jenen herausbricht und neu zusammenfügt. Der manchmal ungewohnte Blicke auf das Material ermöglicht. Es ist Kompilationsfilm. Eins seiner Geheimnisse ist ein semiotisches Spiel mit verschiedenen Zeiten, die ihm selbst, seinen Materialfilmen und dem Kino zukommen. Um dieses Spiel wird es gehen.

Hans J. Wulff ist Professor für Medienwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; zahlreiche Veröffentlichungen zur Film- und Fernsehtheorie, zu filmischen Motiven, zur Bildtheorie des Films und zur Filmmusikforschung, Zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Film- und Fernsehtheorie und -analyse; Begründer und Herausgeber des Lexikons der Filmbegriffe (Mainz 2002 ff.; Kiel 2011 ff.) und Mitinitiator eines Forschungsschwerpunkts zur Filmmusik (Kiel 2008 ff.) und zur Analyse der Beziehungen von Populärmusik und Medien/Film (Kiel 2010 ff.). Leitung von Onlineprojekten. Publikationen: Die Erzählung der Gewalt, Münster 1985; Psychiatrie im Film, Münster 1995; Darstellen und Mitteilen, Tübingen 1999; Mitherausgeber von Film und Psychologie I, Münster 1990.

 

19.30 – 20.00 Uhr Filmpräsentation

Stephan Sachs: Paramount,

D 1988, 23 Min.

 

paramount erzählt von einer Bergwanderung. Die Landschaft wird zunehmend mit vorgefundenem Material aus einer Zeit „als ‚die Natur’ noch anders betrachtet wurde“ (Johannes C. Tritschler) geschildert. Found-Footage heißt hier die Dekonstruktion einer ideologisierten und ästhetisierten Natur, die sich längst zwischen uns und jede unmittelbare Erfahrung der Dinge gestellt hat.

Stephan Sachs ist seit 2005 Professor für „Film/time based media“an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel. Künstlerische Arbeiten in den Bereichen Film, Fotografie, raumbezogene Installationen.

 

 

 

Freitag, 16. Januar 2015

 

10.00 – 11.30 Uhr Henning Engelke:

Bruce Conner – Found-Footage und künstlerische

Lebensform

 

Bruce Conners Filme haben historische und theoretische Debatten zum Found-Footage anhaltend beeinflusst. Insbesondere A movie (1958), aber auch report (1963 – 1967) oder marilyn times five (1968 – 1973), dienen immer wieder als herausragende Beispiele für Thesen eines grundlegenden Wandels ästhetischer Auffassungen und (film-)künstlerischer Konzepte. Solche allgemeinen Zuschreibungen sind nicht unproblematisch. Conner selbst versuchte immer wieder, sich einer Einordnung in übergreifende Kategorien zu entziehen. Sein wichtigster Bezugspunkt war ein enges Netzwerk von Künstlern und Filmemachern, zu dem unter anderem Jay De Feo, Wallace Berman und Larry Jordan gehörten. Innerhalb dieses Netzwerks – das maßgeblich auf San Francisco konzentriert war – gewann Conners Auseinandersetzung mit Found-Footage spezifische Bedeutungen, die nicht vollständig in den etablierten Perspektiven aufgehen. Mein Vortrag geht diesem Zusammenhang nach, um die Rolle von Found-Footage als Teil einer alternativen künstlerischen Lebensform im Kontrast zu weitreichenden theoretischen und historischen Modellen zu diskutieren.

Dr. Henning Engelke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität Frankfurt. 2005 Promotion an der Georg-August-Universität Göttingen. Forschungsschwerpunkte: Experimentalfilm, Dokumentarfilm, Bildtheorie, Kybernetik und Film sowie das New Hollywood-Kino. Derzeit in Vorbereitung ist die Publikation der Monographie The Art that Never Was: US amerikanischer Experimentalfilm, 1940‚ – 1960. Zahlreiche Publikationen u. a.: Dokumentarfilm und Fotografie. Bildstrategien in der englischsprachigen Ethnologie 1936 – 1986, Berlin 2007; „Rasende Kamera oder visionäres Auge. Parker Tyler, Stan Brakhage und die romantische Wende der Filmavantgarde“, in: Engelke/Fischer/Prange (Hg.), Film als Raumkunst. Aktuelle Methoden und historische Perspektiven, Marburg 2012.

 

11.30 – 13.00 Uhr Norbert M. Schmitz:

Poetische Neuaneignung oder der radikale Avantgardismus des Joseph Cornell

 

Joseph Cornells rose hobart von 1936 unterminiert die Spannungslinie zwischen konventioneller Filmsprache und avantgardistischen Formkonzepten an der Grenzlinie von Hochkunst und Massenmedien. Dieses Frühwerk des Found-Footage-Film poetisiert ein schlichtes Melodram um einen Subtext des Kinos zur sinnlichen Anschauung zu bringen, die erst durch seine bestimmte offene Montage möglich wird. Cornell lässt durch seine Neuaneignung des vermeintlich trivialen Materials Tiefen der emotionalen Prozesse beim alltäglichsten Akt der Filmrezeption an die Oberfläche kommen, die vielleicht immer schon Ziel wenigstens romantischer Kunstprogrammatik war. Der Vortrag will zugleich die spezifische Struktur dieser Ars kombinatoria beschreiben, wie aus ihr ein kritisches Verhältnis zur üblichen Dichotomie von Experimentellen Film und angewandtem Kino gewinnen.

Prof. Dr. Norbert M. Schmitz ist Professor für Ästhetik an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel. Kunst- und Medienwissenschaftler. Lehrtätigkeiten an Universitäten und Kunsthochschulen in Wuppertal, Bochum, Linz, Zürich und Salzburg. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte Intermedialität von bildender Kunst und Film, Ikonologie der alten und neuen Medien, Diskursgeschichte des Kunstsystems und Methodik der modernen Bildwissenschaft. Publikationen u. a.: Kunst und Wissenschaft im Zeichen der Moderne, Weimar 1994, Robert Gardners ‚Forrest of Bliss’‚ Dokumentarfilm als visuelle Poesie, zusammen mit Susanne Gupta, Konstanz 2012.

 

13.00 – 14.00 Uhr Mittagspause

 

14.00 – 15.30 Uhr

Radio Found-Footage – Arbeiten von Studierenden

der Muthesius Kunsthochschule

 

Die vorgestellten Radioarbeiten entstammen Seminaren der freien Künstlerin und Lehrbeauftragten der Muthesius Kunsthochschule Stefanie Polek.

Stefanie Polek, aktuell Promovendin an der Muthesius Kunsthochschule, Promotionsthema: Kunst als Devianz. Verdrängte, gesellschaftliche Aspekte des Normativen. Freie Künstlerin. Seit 2011 Lehrbeauftragte an der Muthesius Kunsthochschule. Mitbegründerin der Interventionsplattform essay [kunst und konzepte] (2013). www.stefanie-polek.de

 

015.30 – 17.00 Matthias Meyer:

Same as It Never Was – Der Mensch in der Maschine in den Filmen von Martin Arnold

 

Eng verknüpft mit dem Genre des Found-Footage-Films sind die filmtechnischen Möglichkeiten, die Apparate, mit deren Hilfe das fremde Material zum eigenen umcodiert wird. Sie prägen das Denken und das Handeln der Filmautoren und werden so zum festen Bestandteil des kreativen Prozesses.

Der österreichische Filmemacher Martin Arnold lotet in seinen Filmen durch Loopen und Löschen die jeweiligen Grenzen des Genres aus, wobei der Mensch als zentrales Element der Filme zum Spielball des Systems Kino wird.

Matthias Meyer, geboren 1972, ist Künstler und Filmemacher und lebt in Hamburg. Seine Arbeiten wurden gezeigt u. a. im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, Frankfurter Kunstverein, Kunstmuseum Bonn, Kunstverein Hamburg, Martin-Gropius-Bau Berlin. Von 2002 – 2004 arbeitete er als Assistent für Martin Arnold an diversen Projekten u. a. deanimated (2002), jeanne marie renée (2002). Publikation: A Noble Void, Hamburg 2011.

 

18.30 Uhr Kurzfilmprogramm und Künstlergespräch

Matthias Müller: Found-Footage-Filme

Ort: Programmkino Pumpe, Haßstraße 22, 24103 Kiel

 

„Film zitiert Film, heute mehr denn je. Essayfilme kommen kaum ohne Fremdmaterial aus, wie sich an Werken von Chris Marker, Jean-Luc Godard, Harun Farocki oder Alexander Kluge ablesen lässt. Seit den 90er Jahren wird das Interesse an Found-Footage größer. Videos aller Art sind wegen des Internets praktisch frei verfügbar, die Tools zur Bearbeitung ebenfalls. Der YouTube-Nutzer wird bombardiert mit amateurhaften Zusammenschnitten aus Lieblingsfilmszenen. Kunst braucht mehr: Passion, Handwerk und im Fall des Archivkunstfilms, einen Sammeltrieb, der ans Manische grenzt. – All das zeichnet Christoph Girardet und Matthias Müller aus. Als Solokünstler wie als Duo zählen die beiden Deutschen zur Spitze der Found-Footage-Szene.“ Jens Hinrichsen, Monopol, 2012

Matthias Müller, geboren 1961. Film, Video und Fotografie seit 1980. Künstlerische Zusammenarbeit mit Christoph Girardet seit 1999. Festivalteilnahmen u. a. in Cannes, Venedig, Berlin und Toronto; Werkschauen u. a. im Museum of Modern Art, New York, und im Image Forum, Tokio. Organisation von Filmreihen, Tourprogrammen und Festivals. Diverse Gruppen- und Einzelausstellungen. Arbeiten u. a. in den Sammlungen des Centre Georges Pompidou, Paris, und von Tate Modern, London. Seit 2003 Professur für experimentellen Film an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

 

 

 

Samstag, 17. Januar 2015

 

9.00 – 10.30‚ Uhr Hans-Joachim Schlegel:

Andrej Tarkovskijs subjektiv-auratischer Umgang

mit Found-Footage

 

Der spirituelle Filmkünstler Andrej Tarkovskij zeigte ein überraschend starkes Interesse für dokumentarisch-authentische Bilder und Töne. Für eine „found footage“, zu der er ein akzentuiert subjektives Verhältnis entwickelte. Dokumentarische Bilder und Originalgeräusche mussten seinen „eigenen Nerv“ treffen und sich in das auratische Konzept seiner Filme integrieren. Diesem spezifischen Subjekt-Objekt-Verhältnis soll mit Filmzitaten und in der Versiegelten Zeit formulierten Positionen nachgegangen werden.

Dr. Hans-Joachim Schlegel (Berlin). Freier Filmwissenschaftler und -kritiker. Zahlreiche Publikationen vor allem zum osteuropäischen Kino, Übersetzer und Herausgeber u. a. der Schriften von Eisenstein, Sokurov und von Tarkovskijs Versiegelter Zeit.

 

10.30 – 11.00 Uhr

Radio Found-Footage. Arbeiten von Studierenden

der Muthesius Kunsthochschule

 

Die vorgestellten Radioarbeiten entstammen Seminaren der freien Künstlerin und Lehrbeauftragten der Muthesius Kunsthochschule Stefanie Polek.

 

11.00 – 11.30 Uhr Pause

 

11.30 – 13.00 Uhr Willem Strank:

Mash-Ups als populäre Fortführung von

Found-Footage-Ästhetiken

 

Mash-Ups begannen ihr Leben als die Verstetigung einer DJ-Strategie, weichere Übergänge zwischen zwei Liedern durch ihr allmähliches Verschmelzen zu erreichen. Mittlerweile bezeichnet der Begriff ebenfalls die (häufig von Amateuren genutzte) Möglichkeit, audiovisuelle Materialien aus unterschiedlichen Kontexten zu kombinieren und somit aus nicht originär selbstgefilmtem Material eigene audiovisuelle Produkte zu erschaffen. Der Vortrag wird anhand einiger prägnanter Beispiele zwei wesentlichen Fragen nachspüren: worin die Verwandtschaft zwischen Mash-Up und Found-Footage besteht und ob die Intertextualitätskultur in digitalen Medien eine Demokratisierung schöpferischer Tätigkeiten dominant durch den Bezug auf Found-Footage-Ästhetiken vornimmt.

Dr. Wilhelm Strank ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Studium der Neueren deutschen Literatur-, Medien-, Musik- und Sprachwissenschaft an der CAU Kiel; 2013; 2010 – 2011 Lehrbeauftragter für Filmwissenschaft, 2011 – 2012 Lehrkraft für besondere Aufgaben, seit 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter; Mitbegründer und Co-Leiter der Kieler Gesellschaft für Filmmusikforschung; Gastdozenturen in Salamanca und Paderborn. Arbeitsschwerpunkte: avancierte Erzählstrategien im Film; amerikanischer ‚Autorenfilm’; Filmmusik. Publikationen u. a.: Twist Endings. Umdeutende Film-Enden, Marburg 2014, Jazz und Film, hg. mit Guido Heldt, Tarek Krohn und Peter Moormann, Wien 2014.

11.11.2014

Forum

Das Forum für interdisziplinäre Studien an der Muthesius Kunsthochschule wurde 1996 als selbstständige Einrichtung gegründet. Es veranstaltet Symposien, konzipiert und publiziert von den Professorinnen und Professoren des IKDM und Workshopwochen sowie aus den Studiengängen der Kunsthochschule. Sein Programmangebot von Workshops und Symposien gibt regelmäßig Gelegenheit, einzelne Themen aufzugreifen und zu vertiefen. Dabei wird der jeweils aktuelle Forschungsstand unterschiedlicher Fachrichtungen berücksichtigt. Ziel ist es, eine Diskussion über die Fachgrenzen hinaus anzuregen und sie zu Formen ästhetischer Praxis in Beziehung zu setzen. Die Veranstaltungen verstehen sich als Forum für die Lehrenden und Studierenden der Muthesius Kunsthochschule, wenden sich aber darüber hinaus an eine interessierte Öffentlichkeit. Publikationen zu den Veranstaltungen sichern den Anspruch ab, aktiv in die Diskurse um Kunst und Wissenschaft einzugreifen.

Konzeption interdisziplinäre Workshopwoche

Prof. Dr. Bettina Möllring, Prof. Markus Huber, Prof. Dr. Kerstin Abraham,  Prof. Christian Teckert

Konzeption interdisziplinäre Symposien

Prof. Dr. Christiane Kruse, Prof. Dr. Petra Maria Meyer, Prof. Dr. Norbert M. Schmitz